Wofür wir Mittel einsetzen

BEREICH 01

Therapien ermöglichen, wenn der reguläre Weg endet

Direkte Hilfe für Patientinnen und Patienten, die heute erkrankt sind.

Beim Nebennierenkarzinom ist der Behandlungspfad kurz. Wenn die Erst und Zweitlinientherapie nicht anschlagen, endet das, was die Regelversorgung vorsieht. Was bleibt, sind Therapieansätze aus anderen Teilen der Welt, die in dieser Situation noch Hoffnung tragen. Der Engpass ist dabei selten das medizinische Wissen, sondern die Finanzierung. Krankenkassen erstatten solche Therapien in aller Regel erst nach nachgewiesenem Erfolg. Bis dahin muss jemand in Vorleistung treten, und für viele Familien ist das nicht leistbar. Genau diese Lücke schließen wir. Die Stiftung übernimmt die Vorfinanzierung, damit eine Therapie nicht an der Rechnung scheitert, sondern nach medizinischen Gründen entschieden wird. Bei Kim konnten wir diesen Schritt gehen. Andere Menschen haben dieses Glück nicht, und das wollen wir ändern.

BEREICH 02

Forschung fördern, die über die heutigen Therapien hinausgeht

Gezielte Unterstützung für neuartige Ansätze.

Die Immuntherapien, die heute zur Verfügung stehen, versagen bei diesem Karzinom zu häufig. Ein wesentlicher Grund liegt in den Schutzmechanismen, die der Tumor gegen das Immunsystem aufbaut. Wer hier weiterkommen will, muss an Ansätzen arbeiten, die über den etablierten Standard hinausgehen. Solche Projekte sind wissenschaftlich anspruchsvoll und wirtschaftlich unattraktiv, weil die Erkrankung sehr selten ist. Sie fallen bei den üblichen Förderprogrammen deshalb regelmäßig durch. Wir arbeiten dafür eng mit Professor Martin Fassnacht und seinem Team am Universitätsklinikum Würzburg zusammen, der weltweit führenden Gruppe auf diesem Gebiet. Für die ganz großen Sprünge ist unsere Stiftung noch zu jung, das sagen wir offen. Wir fördern deshalb gezielt dort, wo ein überschaubarer Betrag den Unterschied macht, etwa bei Personalstellen, die ein Projekt überhaupt erst möglich machen.

BEREICH 03

Einen neuen Weg erschließen: hoch personalisierte Medizin

Was möglich ist, wenn sich jemand die Zeit nimmt.

Es gibt Ansätze, die fachlich längst möglich sind, die aber im Alltag niemand verfolgt, weil unser Gesundheitssystem chronisch überlastet ist. Es mangelt nicht am Wissen, es mangelt an Zeit. Dabei geht es darum, die gesamte Genetik eines einzelnen Tumors mit einer Tiefe zu analysieren, die der Klinikalltag nicht hergibt. Und es geht darum, Wirkstoffe vorab zu erproben, an Organoiden und an Tumor-on-a-chip Modellen, also an Miniaturabbildern des Tumors, die außerhalb des Körpers aus den Zellen des Patienten wachsen. So lässt sich prüfen, was wirkt, bevor ein Mensch die Behandlung bekommt. Wir haben diesen Weg mit Kim beschritten. Eine Bioinformatikerin hat sich über Tage und Wochen durch die Genetik ihres Tumors gearbeitet und Optionen eröffnet, die anfangs überhaupt nicht im Raum standen. Es kam zu spät. Doch es hat gezeigt, welches Potenzial in diesen Daten liegt. Deshalb bauen wir dokumentierte Fallstudien auf. Unser Ziel ist herauszufinden, wie weit sich diese Arbeit mit künstlicher Intelligenz skalieren lässt, damit aus einem außergewöhnlichen Einzelfall irgendwann ein gangbarer Weg für viele wird.